Lockdown für Kinder

Alles begann im Jahre 2020. Meine Tochter war noch ein Kindergartenkind. Sie ging immer gerne dorthin und hatte viele Freundinnen, mit denen sie gern spielte. Dann kam der Lockdown und unser Mädchen musste zu Hause bleiben. Sie sah ihre Spielkameraden nicht mehr und die Kontakte wurde auf null herunter gefahren. Zu dem schloss man auch die Spielplätze. Unsere Tochter konnte mit niemand mehr spielen. Sie hatte nur noch ihre Eltern. Doch immer nur mit Erwachsenen zu spielen, machte ihr nicht wirklich Spaß. Tagesausflüge, die man sonst machte fielen auch flach. Sie verstand es nicht. Man konnte es erklären wie man wollte, doch sie wußte nur, das ihre eigene Freiheit eingeschränkt wurde. Da auch im Sommer, die Schwimmbäder geschlossen waren, beschlossen wir einen Pool zu kaufen. Darüber freute sich unsere Kleine, doch das Schwimmvergnügen, wurde getrübt, da niemand zu uns kommen durfte. Zum Taikwando Unterricht dürfte sie auch nicht mehr gehen. Da ein Kontaktsport online nicht viel Sinn macht, wurde der bestehende Vertrag gekündigt.

Endlich wurde man eingeschult

Nun war es so weit. Unser Kind wurde eingeschult. Sie war so stolz und freute sich auf ihre Schultüte und einen Ranzen. Eigentlich wollte die Oma zu diesem besonderen Tag uns besuchen. Die Fahrt von Leipzig nach Landstuhl ist zwar für eine alte Frau anstrengend, doch sie wäre gekommen. Doch das tragen einer Mund Nasen Maske machte es ihr unmöglich. Über eine so lange Zeit, schlecht Luft zu bekommen, wäre eine Qual für die Oma gewesen.

Es war nur eine minimale Feier in Schule möglich, doch die Schule gab sich echt Mühe, den Tag so schön es ging zu gestalten. Nach drei Stunden konnten wir unser Kind abholen. Wir gingen mit unserem Schulkind in einen Biergarten, um dort die Einschulung zu feiern. Petrus war uns hold und die Sonne schien.

In der Schule

Wir waren alle froh, das unser Mädchen und ihre Kindergartenfreundin in dergleichen Klasse waren. Nun wurden die Klassen geteilt und somit auch die Kameradinnen auseinander gerissen. Die Schule machte mit einem Schlag nur noch halb soviel Spaß. Sie brauchten auch nun eine Jacke wenn sie im Klassensaal sich aufhielten, denn da war es sehr kalt, da man ständig lüften musste. Oft kam meine Tochter nach Hause und sagte:“ Mama, im Saal ist es so kalt, da kann ich mich nicht konzenntrieren.“

Der Mund Nasen Schutz war natürlich auch Pflicht. Jeder der eine Brille hat, weiß wie unangenehm es ist mit einem solchen Schutz. Die Brille beschlägt. Mein Kind zog verständlicher Weise die Brille die sie so sehr benötigt ab. Da musste ich mich nicht wundern wenn sie Fehler machte, sie sah ja ganz schlecht.

Nun wurden die Schulen geschlossen. Die Kinder sollten alles zu Hause lernen, doch da gab es Hürden. Denn die Programme die man herunterladen sollten, funktionierten nicht so wie sie sollten. Zum anderen, fehlten erneut die Schulkameraden mit denen man nicht nur spielt, sondern auch etwas lernt. Die Kinder konnten nicht mehr voneinander und miteinander lernen. Die Eltern mussten mit dem Kind lernen. Doch hier ist zu sagen, das die Jugend ganz andere Dinge lernt, als wir es taten. Auch sind Eltern keine Lehrer und man weiß als Mutter oder Vater oft nicht, wie man es richtig erklären soll.Doch endlich nun kam der Wechselunterricht.

Kindergeburtstag feiern

Immernoch darf man eine beschränkte Anzahl von Kindern einladen. Wenn ein Kind aber 5 Freundinnen hat und zwei davon einladen darf, welche Kinder läd man dann ein? Wie erklärt man es den anderen Freundinnen, warum sie nicht kommen dürfen. Mein Kind konnte sich nicht entscheiden und sie beschloss, den Geburtstag zu feiern, wenn sie auch alle ihre Freundinnen einladen darf.

Doch das Schlimmste kam erst noch

Meine Tochter kam nach Hause und musste ein Desinfektionsmittel mitbringen. Die Kinder bekamen gesagt, dass jeder der seine Hände nicht desinfiziert, an Corona erkrankt und das ist eine Krankheit ander man stirbt. Meine Kleine war ganz verstört und sagte zu mir:“ Mama ich will doch nicht das du stirbst. Dann wärst du ja im Himmel und das will ich nicht.“

Muß das sein? Muss man Kindern eine solche Angst machen? Soll so etwas kindgerecht sein? Warum darf unsere Jugend nicht unbeschwert aufwachsen?

Jetzt muss sie sich selbst testen und die Eltern haben kein Mitspracherecht. Unsere Tochter will sich kein Stäbchen in die Nase schieben, doch sie muss. Ihr kommen regelmäßig dabei die Tränen, aber es interessiert niemand. Was geschieht in so einer kleinen Kinderseele?

Urlaub im Schwarzwald

Im März 2019 beschloss ich mit meiner Familie Urlaub zu machen. Obwohl es in meiner Heimat regnete, was uns ein ungutes Gefühl machte traten wir die Reise an. Was sollten wir auch machen, wir hatten ja auch schon eine Ferienwohnung gebucht. So kamen wir in Steinach an und wurden überrascht. Hier schien die Sonne. Die Ferienwohnung, die zu einem Erlebnisbauernhof gehörte war geräumig und schön möbiliert. Familie Schnaitter die hier die Hausherren waren, waren sehr nett und kinderlieb. Sie hatten neben den Bauernhof auch einen Spielplatz und eine Scheune in der viele Spielzeuge bereitstanden.

https://www.schwarzwald-strickerhof.de/

Wir gingen auf unseren Balkon und hatten einen herrlichen Ausblick. Die schöne grüne Wiese auf die wir schauten war groß, Wenn wir nach rechts schauten sahen wir den Wald. Die Familie hatte eine Rinderzucht, Pferde die für die Forstarbeit eingesetzt wurden, Hühner, Gänse, und Hasen.

Die Innenstadt

Zuerst gingen wir in die Altstadt. Hier musste man sich geradezu, die wunderbaren schönen alten Häuser einmal ansehen. Es war ein Augenschmaus.

Die Glashütte

https://www.dorotheenhuette.info/

Am nächsten Tag beschlossen wir die Dorothee Hütte ( Glashütte zu besuchen). Im Ladenverkauf sah man die herrlichsten Glasfabrikationen. Anhand von einem Film und Prospekten, konnten wir einen Einblick in die Herstellung von Glasartikel erhalten. Hier gab es einen Glasbläser bei dem mein Kind sich selbst eine Vase blies. So wie es aussah schien es einfach zu sein und so beschloss ich, mir auch eine Vase zu blasen. Doch so einfach wie es aussah, war es nicht. Ich brauchte viel mehr Luft als ich dachte. Mir war es ein Rätsel, wie meine 5 jährige Tochter dies gemacht hatte. Doch nun hatten wir zwei echte Unikate, die nur 15 Euro kosteten.

Die Seifenmanufaktur

Am nächsten Tag beschlossen wir etwas zu fahren und stießen auf eine Seifenmanufaktur. Frau Göppert stellte hier die unterschiedlichsten Seifen her. Der Duft dieser war schon ein Erlebniss. Doch auch für meine Kleine gab es hier ein Highlight. Sie konnte sich nämlich auch ihre eigene Seife herstellen. Es war richtig toll und mein Kind war sehr stolz auf sich.

Start

Der Vogtsbauernhof

https://www.vogtsbauernhof.de/

Wir bekamen den Rat diesen Bauernhof einmal zu. Hier sah man die unterschiedlichsten Bauernhäuser. Die Häuser wurden an ihrem Standort abgebaut, und auf dem dafür vorgesehenen Gelände mit der längst veralteten Technik wieder aufgebaut. Mir wurde klar dass jeder Stein und jeder Balken, katalogisiert werden mussten. Was für ein Projekt! Die Häuser und Scheunen konnte man betreten um sich ein Bild zu machen, wie diese Leute lebten. Man konnte sich gar nicht satt gucken. Für Kinder sowie Erwachsene ist das ein Erlebniss. Natürlich war auch alles genau beschildert und man konnte auch an Führungen teilnehmen. Nach diesen Eindrücken, fand ich dass der Eintritt angemessen ist.

Die höchsten Wasserfälle Deutschlands

Die höchsten Wasserfälle Deutschlands gibt es in Triberg zu sehen. Sie sind umrahmt vom Schwarzwald. Mein Kind fütterte Eichhörnchen, die sehr zutraulich waren. wir bewunderten dieses wunderbare Fleckchen Erde. Wenn man in die Innenstadt geht, sind an vielen Häusern Kuckucksuhren in XXL.

Die größte Kuckucksuhr

Diese Kuckucksuhr gehört zu einem Souveniergeschäft. Sie ist wirklich riesig und ein Ziel jung und alt. Wenn man in den Souvenierladen geht, sieht man das Uhrwerk. Auch die unterschiedlichsten Kuckucksuhren kann man sich dort ansehen und erwerben.

Wir fuhren mit einer Sommerrodelbahn

https://www.sommerrodelbahn-gutach.de/

besuchten einen Märchenwald

https://www.freizeitpark-traumland.de/

und liefen durch eine Bärenhöhle.

https://www.schwaebischealb.de/attraktionen/baerenhoehle

Ihr seht schon wir hatten zu tun, und das obwohl es Vorsaison war und noch nicht alle Attraktionen geöffnet waren. Die Zeit verging im Flug und wir mussten wieder nach Hause fahren. Doch diesen Urlaub werde ich nie vergessen!

Lockdown für alte Leute

Dieser Bericht soll zum nachdenken anregen. Ich werde hier nur von meine Beobachtungen und Reakionen der Bewohner schreiben ungeachtet von meiner Meinung.

Der Mittelpunkt Speisesaal

Im Lockdown mussten die Abstände eingehalten werden. So mussten einige Bewohner auf ihren Zimmern essen, der Rest wurde auseinander gesetzt. Die Leute waren aufgebracht. Sie sagten, dass ihnen der Tischnachbarn/in, mit denen sie seit Jahren angeregte Gespräche geführt hätten, einfach genommen werden. Ihnen war es wichtig diese Kommunikation aufrecht zu halten. Andere verstanden nicht warum ausgerechnet sie im Zimmer speisen sollten. Es schmeckte ihnen einfach nichts mehr so richtig.

Wo bleibt nur meine Familie?

Heime wurde für Angehörige unzugänglich gemacht. Die Bewohner fragten immer wieder nach ihnen, und verstanden es nicht. Sie fühlten sich ungeliebt und im Stich gelassen. Sätze wie:“ Jetzt habe ich Kinder auf Die Welt gesetzt und nun bin ich doch allein“ wurden sehr oft ausgesprochen.

Eine Frau wurde 90 Jahre doch ihre Lieben konnten sie nicht besuchen. Sie riefen uns an und sagten dass wir das Geburtstagskind mal auf den Balkon bringen sollen. Das Pflegepersonal tat es und allen stiegen die Tränen in die Augen. Im Hof stand die ganze Familie mit einem Bettlaken auf dem stand: “ Herzlichen Glückwunsch zum 90 Geburtstag.“ Die alte Frau freute sich und fragte mich zugleich:“ War das jetzt mein runder Geburtstag?“

Spiel und Spaß wurden zum Tabu

Da es nicht mehr erlaubt war, Gruppen zu bilden, fielen die Aktivierungen auch größtenteils aus. Bingo spielen, in der Gruppe rätseln und basteln in der Gemeinschaft wurden abgesagt. Dinge die den Menschen viel bedeuteten gab es nicht mehr. Ihr Tagesablauf änderte sich und Leute die sehr aktiv waren, langweilten sich.

Bewegung trat in den Hintergrund

Bei alte Menschen ist es sehr wichtig das sie sich bewegen. Doch nun fiel die Krankengymnastik und Ergotherapie aus. Die Alltagsbegleiter durften hier auch nichts machen, sonst hätte man wieder eine Gruppe gebildet. Die Menschen blieben in ihrem Zimmer sitzen und wurden immer steifer.

Ich will mich hübsch fühlen

Nun wurden auch noch die Friseure geschlossen. Nicht einmal das blieb ihnen. Sie mussten zusehen wie die Haare wuchsen und sie ein ungepflegtes Erscheinungsbild bekamen.

Die Fußnägel wuchsen, Strümpfe gingen kaputt und den Menschen passten ihre Schuhe nicht mehr.All diese Maßnahmen schmälerten di

Alptraum- angeborener grauer Star

Die Leiterin des Kindergartens kam auf uns zu und sagte uns wir sollten mal zum Arzt gehen. Sie hatte die Vermutung, dass unser Kind anfangen würde zu schielen. Da wir ohnehin zum Kinderarzt mussten, redeten wir mit ihm darüber. Unser Kind wurde von ihm untersucht und schnell war klar, dass an den Augen etwas nicht stimmte.

Wir gingen zum Augenarzt mit dem Gedanken, dass es eventuell eine Brille bekommt, doch davon geht ja die Welt nicht unter. Unsere 3 jährige Tochter musste die unterschiedlichsten Untersuchungen über sich ergehen lassen und wurde mehrmals getropft. Dann kam der Schock. Der Augenarzt diagnostizierte, dass unsere Tochter wohl den angeborenen grauen Star auf dem linken Augen habe. Es sei überaus notwendig, sehr zeitnah das Auge zu operieren. Er griff zum Telefonhörer und rief in einer Augenklinik an, die spezialisiert auf Kinder ist. So kam es dass wir schon einige Tage später wir einen Termin für eine Voruntersuchung und die OP hatten.

Ängste und Zweifel wurden Inhalt von unserem Leben

Wir fuhren in die Augenklinik, wo unser kleines Mädchen gründlich untersucht wurde. Sie wurde mit den unterschiedlichsten Augentropfen versorgt und musste mehrmals in die Sehschule. Dann die grausame Wahrheit. Die Diagnose “ angeborener grauer Star“ wurde bestätigt. Der Doktor erklärte uns das unser Kind auf dem einen Auge blind ist. Er sagte uns, dass sie eine künstliche Linse braucht. Wir fuhren nach Hause, und machten uns die größten Vorwürfe, dass wir nicht aufmerksam genug waren und so der graue Star zu spät erkannt wurde. Immer wieder fragten wir uns, ob unser Kind irgendwann auf beiden Augen sehen könne.

https://augenklinik-sulzbach.de/

Der Tag der OP

Ich als Mutter, ging mit meinem Kind, drei Tage vor Ostern in die Augenklinik. Auf der Station angekommen, ging alles ziemich rasch. Die Kleine wurde OP fertig gemacht. Tränen rollten über ihre Wangen, denn sie verstand ja nicht, was hier vor ging. Mein herz wurde immer schwerer. Ich musste für meine Tochter stark sein, um ihr eine Stütze zu sein. Mit viel Geschrei, brachten sie mein Mädchen in den OP.

Ich wartete im Zimmer. Minuten wurden zur Ewigkeit und einige Tränen flossen. Immer wieder fragte ich mich, was das alles für meine Tochter bedeutet, wenn ich das Ganze kaum aushalte. Endlich ging die Tür auf und eine Krankenschwester kam mit meiner Tochter in das Patientenzimmer. Ich war erst einmal heilfroh, mein Kind wieder in den Armen zu halten. Die Augen waren noch abgeklebt, was mein Kind ängstigte, doch auch dies ging vorüber. Es wurden Abschlussuntersuchungen gemacht und schon nach drei Tagen, waren wir wieder zu Hause. Nun übernahm der Augenarzt die weitere Behandlung.

Die Nachbehandlung

Unser Augenarzt führte weitere Untersuchungen durch und war sehr zufrieden mit der Operation. Meine Tochter bekam eine Brille verschrieben und musste nun das gesunde Auge regelmäßig abkleben, dass der Sehnerv des kranken Auges trainiert wird. Nun wurden wir aufgeklärt, dass mein Kind noch einmal am Auge operiert werden muss. Dann bekommt sie eine andere Linse eingesetzt.

Der Kampf mit dem Augenpflaster

Eine Brille wurde gekauft und mein Mädchen, war sehr stolz, da die Brille sehr hübsch aussah. Doch sie musste ja auch das Augenpflaster aufkleben. Kein Kind im Kindergarten, hatte ein solches Pflaster und so wurde die Kleine zum Aussenseiter. Desweiteren sah sie ja kaum etwas wenn sie das Pflaster trug. Schnell war klar, das sie zu Hause das Auge abgeklebt bekommt. Doch leichter wurde es dennoch nicht, denn jeden Tag ging eine Brüllerei los. Wir versuchten es ihm zu erklären, doch wie erklärt man einem 3 jährigen Kind solche Maßnahmen?

Die zündende Idee

Nun hatte ich eine Idee. Ich erklärte meinem Kind, dass es für jede Stunde in der es das Augenpflaster trägt, einen Euro bekommt, von dem es sich dann etwas kaufen kann. Meine Tochter schaute mich an und fragte mich gleich, ob es sich dann auch Inliner kaufen kann. Natürlich war es möglich, wenn es sich das Geld zusammengesparen würde. Nun war meiner Tochter klar, dass es alles erdulden würde um sich die inliner kaufen zu können. Es dauerte nicht lange, dann hatte sie das Geld zusammengespart und war stolzer Besitzer von Inliner. Doch jetzt musste ein neues Ziel her. So sehr wir uns auch bemühten, unsere Tochter hatte sich in den Kopf gesetzt kein Augenpflaster mehr zu tragen- nicht um alles in der Welt. Sie wurde kein Trampolin mehr und auch Kaninchen wurden plötzlich nicht mehr wichtig. Selbst mit Eis konnte ich nicht mehr punkten. Ich und mein Freund konnten nichts tun. Alle mögliche Menschen in unserem Umfeld versuchten unserer Tochter die Wichtigkeit dieses Augenplasters zu vermitteln. Wir bekamen neue Hoffnung als sich unsere Mädchen das Augenpflaster wieder auf das gesunde Auge kleben ließ, doch auch diese Hoffnung wurde zerstört, denn sie entfernte es wieder, sobald sie sich unbeobachtet fühlte. Nun ruht die Hoffnung auf der Medizin, das etwas erfunden wird, was unserer Tochter doch noch hilft, sonst können wir nichts mehr tun.

Warum blogge ich?

Ich liebe das schreiben und hinterfrage viel. Doch was ist wenn man niemand hat, der einem zuhört? Dann würde ich irgendwann krank werden, denn ich brauche die Konversation.

Es gibt so viele Themen, die nicht oder unzureichend diskutiert werden. Doch ich möchte die Dinge beim Namen nennen um meine Sichtweise mitzuteilen. Wenn ihr mir ein Feedback gebt, können wir voneinander lernen.

Doch es gibt ja auch immer wieder schönes zu berichten. Es ist doch toll wenn sich jemand mit einem freut, oder?

Der Blog stellt für mich ein Ventil dar, damit ich ausgeglichen bleibe.

Doch warum habe ich jetzt erst damit angefangen?

Immer wieder wollte ich bloggen, doch habe ich mich immer gefragt, ob die Themen für die Leser interessant genug sind. Aus Angst ausgelacht zu werden, bloggte ich nicht.

Mehrmals habe ich versucht eine tolle Webseite zu gestalten, doch irgendwie gelang es mir nicht. War ich zu selbstkritisch? Ich weiß es nicht.

Nun möchte ich alle Hürden überwinden, und veröffentliche einfach Beiträge. Was weiter passiert, wird sich werden wir sehen.

Was beinhaltet die Pflege von Menschen?

Ich bin Altenpflegehelferin und manchmal habe ich das Gefühl dass die Leute gar nicht wissen, was Pflegekräfte machen. Hier erkläre ich es und dann wird euch klar werden, warum ich meinen Beruf liebe.

Die Vorarbeit

Wenn ein Bewohner in unser Heim kommt, wird ein Erstgespräch geführt. Hier werden die Daten aufgenommen, ob er einen Betreuer hat, ob eine Patientenverfügung vorliegt oder vielleicht sogar Beschlüsse, die man zu beachten hat.

Können Angehörige Arztbriefe vorlegen, dann ist das super, anderenfalls muss man sie anfordern.  Wir melden den Bewohner bei der Apotheke an. Man muss Rezepte bestellen und diese zu der Apotheke bringen. Nun erst werden die Medikamente geblistert.

Dann muss die Pflegefachkraft ermitteln, wie der Bewohner zu pflegen ist. Hat der Mensch Wunden, das müssen sie schriftlich und mit Bild dokumentiert werden. Oder ist der Bewohner dehydriert, dann muss man ein Trinkprotokoll erstellen. Vielleicht hat er auch Probleme mit dem Gewicht, dann werden Essprotokolle geführt.

Nun stellt sich die Frage, kann man Massnahmen treffen, die den Bewohner vor Schäden bewahren. Evtl. Ist er sturzgefährdet, dann muss man an Hilfsmittel denken die eingesetzt werden müssen.Nun müssen wir aber auch dem Bewohner seine Grundbedürfnisse festgelegt werden. Hierzu gibt es 13 Grundbedürfnisse. Das sind


1. Kommunizieren
2. Sich bewegen
3. vitale Funktionen des Lebens aufrecht erhalten
4. sich pflegen
5. Essen und Trinken
6. Ausscheiden
7. Sich kleiden
8. Ruhen und schlafen
9. Sich beschäftigen
10. Sich als Mann/ Frau fühlen und sich verhalten
11. Für eine sichere Umgebung sorgen
12. Soziale Bereiche des Lebens sichern
13. Mit existenziellen Erfahrungen des Lebens umgehen.

Jetzt müssen wir festhalten, was der Bewohner kann, was ihm wichtig ist, und wo man ihm helfen muss.Nun strukturiert man den Pflegeablauf. Erst dann kommt es zur Umsetzung.

https://www.standardsysteme.de/wissenswertes/aedl/

https://www.ppm-online.org/pflegestandards/qualitaetsmanagement/pflegedokumentation/

Was ist die Grundpflege?

Oft wird die Grundpflege auf das Waschen von Menschen reduziert, doch es ist viel mehr. Natürlich wäscht man die Menschen, doch man muss täglich die Haut beobachten. Vielleicht ist sie zu trocken und muss die Menschen eincremen. Hat ein Bewohner eine Rötung, muss das der Fachkraft weitergegeben werden, Eventuell hat der Bewohner schon eine Creme mit der die Rötung behandelt werden kann. Anderenfalls ist es nun an der Zeit, den Hausarzt zu informieren.

Doch ist eine Pflegehelferin darf auch nicht dem Bewohner alles aus der Hand nehmen. Kann der Bewohner sich selbst waschen, so muss er das auch selbst machen und die Pflegehelferin leitet den Bewohner nur an. Die Pflegekraft muss wissen wie man den Bewohner fördert und auch fordert. Denn es ist nicht gut wenn ein Bewohner gar nichts mehr übernimmt. Das Selbstwertgefühl leidet darunter. Zudem beugt man Gelenkversteifungen vor. Denn sind die Gelenke erst einmal versteift, kann man diesen Schaden nicht mehr beheben und der Bewohner bekommt starke Schmerzen.

Beim ankleiden soll der Bewohner die Möglichkeit haben, sich seine Kleider selbst herauszusuchen. Es darf dem Bewohner nicht egal werden, wie er aussieht. Er muss sich wohlfühlen. Wenn es der Wunsch ist, Schmuck anzulegen, muss die Pflegekraft dies zu unterstützen und ihm behilflich sein.

Liegt eine Inkontinenz vor, so ist es hier die Aufgabe der Pflege, ein Toilettentraining durchzuführen. Man führt die Menschen regelmäßig auf die Toilette. Je trockener das Inkontinenzmaterial bleibt, desto besser ist es. Es kann ja kein gutes Gefühl sein wenn die Unterhose immer nass ist. Der Bewohner fühlt sich wohl und man beugt Rötungen vor, die sich bilden wenn die Haut immer feucht ist.

Ist die Person auf der Toilette, muss man sich auch den Stuhlgang ansehen. Es könnte ja sein, dass der Bewohner Blut im Stuhl hat. Farbe und Konsistenz von Stuhlgang und Urin ist sehr wichtig, denn es kann auf Krankheiten hindeuten.

Bei der Grundpflege ist es aber auch überaus wichtig, mit dem Bewohner zu erzählen. Ein gutes Verhältnis zum Bewohner ist unwahrscheinlich wichtig, denn je mehr Vertrauen vorhanden ist, umso mehr berichtet er, was auch für die Pflege wichtig ist. Man muss immer sich bewusst sein, das der Bewohner auch ein Schamgefühl hat, das es zu überwinden gilt.

Aber man muss auch die Nahrungsaufnahme eines Bewohners gewährleisten. Es gibt Menschen die man dabei unterstützen oder sogar anreichen muss. Dafür braucht man viel Zeit. Man muss beachten, dass der Bewohner sich nicht verschluckt. Die Pflegekraft muss Rücksicht auf das Esstempo des Bewohners nehmen. Der Bewohner darf nie den Eindruck haben, dass man schnell fertig werden will, sonst besteht auch die Gefahr dass der Bewohner gar nichts isst.

Was ist aber nun Behandlungspflege?

Zur Krankenpflege, gehört neben die Vergabe von Medikamenten, auch die Wundversorgung, Katheter legen, Vitalwerte bestimmen, das Gewicht der Bewohner bestimmen, den Blutzucker messen aber auch Arztvisiten durchführen.

Warum denn nur Gespräche führen?

Gespräche sind für beide Seiten wichtig. Der Bewohner kann in Erinnerungen wühlen. Das überlegen ist wichtig, für den geistigen Zustand des Bewohners. Ein Gehirn das nicht benutzt wird, rostet ein. Der Bewohner kann sich mitteilen, was ihm auch das Gefühl gibt wahrgenommen aber auch ernst genommen zu werden. Man erfährt etwas über die Biografie des Bewohners. Man beginnt zu verstehen, was er für Ängste und Sorgen hat, und woher sie rühren.. Wo seine Stärken und Schwächen liegen. Vielleicht hat der Bewohner einen Bewohner einen Beruf hatte, was aber auch seine Leidenschaft war. Dann kann man ihn aktivieren und motivieren.

Ich gebe einmal ein Beispiel:

Der Bewohner hat in einem Büro gearbeitet und immer an der Schreibmaschine gesessen. Diese Person liebte das Schreibmaschinen schreiben über alles.

Nun wäre es vielleicht möglich ihm eine Schreibmaschine hinzustellen, sodass er diesem Hobby nachgehen kann. Zudem macht es richtig Spaß, sich mit den Leuten zu unterhalten, denn auch die Pflegekraft kann nur dazulernen. Man bekommt die Möglichkeit Tipps zu erhalten. Nicht selten erhält man Tipps zur Gartenpflege oder Kochtipps. Man kann von der Lebenserfahrung dieser Menschen nur profitieren.

Doch eine Pflegekraft führt nicht nur Gespräche, mit den Bewohnern, sondern auch mit den Angehörigen. Angehörige sind manchmal auch sehr verzweifelt. dann ist es Aufgabe einer Pflegekraft, die Angehörige zu beraten und auch ihnen Trost und Kraft spenden.

Warum ich aus Leidenschaft Altenpflegehelferin bin

Wenn man all diese Dinge macht, dann werden Bewohner zu Freunde und man bekommt das Gefühl als wären sie Familienmitglieder. Die zu Pflegenden sind unendlich dankbar und manchmal bedarf es gar keiner Worte um zu wissen, das dem Bewohner etwas gutes tut. Das steigert das eigene Selbstvertrauen. Man wird zu einem anderen Menschen. Ich hinterfrage viel mehr. Ein Lächeln eines Bewohners rettet meinen Tag und man bekommt auch Lebensmut. Es kam auch schon vor, das mir ein Bewohner einen Rat gegeben hat, denn so sensibel man mit dem Bewohner umgeht, so sensibel werden auch sie für mich.

Die Konsequenzen für Hörgeschädigte

Als ich im Kaufhaus an der Kasse stand, sagte die Kassiererin etwas zu mir. Sie und ich hatten  ganz nach Vorschrift einen Mundschutz an. Zwischen uns war eine große Plastikscheibe, die uns schützte. Ich hörte ihre Stimme, doch verstanden habe ich sie nicht. Wir mußten gestikulieren, bis ich begriff, dass sie nur wissen wollte, ob ich Punkte sammle.
Nun ist zu sagen, dass ich 45 Jahre alt bin und nicht hörgeschädigt. Doch als ich das Kaufhaus verließ, drängte sich mir eine Frage auf.     Was wäre gewesen, wenn ich schwerhörig oder sogar taub gewesen wäre?
Gestik, Mimik und Sprache sind Kommunikationmittel. Zur Zeit verdecken wir durch den Mundschutz einen großen Teil unseres Gesichtes. Da ist eine Mimik nur schwer zu erkennen. Gehörlose sind auf das Lippenlesen angewiesen. Diese Menschen haben keine Chance uns zu verstehen.
Doch auch unsere Stimme wird leiser und verwaschener. Das stellt für Hörgeschädigte ein großes Problem dar.
Laut Gehörlosenbund  leben in Deutschland 80 000 Gehörlose und circa 16 Millionen Hörgeschädigte.
Sollte man diese Menschen nicht an unserer Kommunikation teilhaben lassen?